Braakmann fordert ''ein anderes Gesicht''
Es war der Tag des großen Nordderbys, also konnte die Reise nur nach Hamburg gehen. Und ähnlich wie der Bremer Bundesligist wollten auch die B-Junioren des SC Weyhe die Punkte aus der Elbstadt mitnehmen. Während die Werderaner jedoch einen Coup landeten, musste sich die Elf von Trainer Horst Braakmann einige Kilometer weiter geschlagen geben. Gegen die Zweitvertretung des Hamburger SV fingen sich die Weyher Talente in der Fußball-Regionalliga Nord eine 0:2 (0:1)-Niederlage ein. Das Hinspiel hatte der SCW noch mit 3:1 für sich entschieden.
Der erste Pflichtauftritt des neuen Jahres war gerade einmal fünf Minuten alt, da wurden die Gäste auch schon eiskalt erwischt. Hamburgs Narek Abramov überrumpelte die Weyher Innenverteidigung und schloss sofort ab. Zwar war der Ball genau in Richtung Torwartecke unterwegs, doch Keeper Lucas Feldmann kam nicht mehr an die Kugel. "Im Nachhinein muss ich leider sagen, dass Lucas nicht seinen besten Tag erwischt hat. In dieser Szene war er einfach nicht dynamisch genug am Boden", kritisierte Horst Braakmann (Bild).
Der frühe Rückstand setzte keinesfalls die fehlenden Kräfte beim SCW frei. "Insgesamt sind wir nicht richtig aus den Startlöchern gekommen. Das sah alles noch sehr behäbig bei uns aus", urteilte der Coach. "Wir haben uns dann im Verlauf zwar etwas gefangen, übermäßig viele Chancen haben wir allerdings nicht gehabt." Eine gute Möglichkeit zum Ausgleich hatte Neuzugang Marco Braakmann, der in der Winterpause vom SV Werder Bremen gekommen war. In der 13. Minute bekam er im Strafraum den Ball und versuchte sich an einem Schlenzer ins lange Eck - der Torhüter parierte jedoch souverän. "Schade, in dieser Situation hätte er vielleicht das kurze Eck anvisieren sollen", ärgerte sich Horst Braakmann, Trainer und Vater in Personalunion.
Auch im zweiten Abschnitt änderte sich nur wenig am gewohnten Bild. Die Platzherren hatten die Partie dank ihrer technischen Überlegenheit weitgehend unter Kontrolle, nur ganz selten ergaben sich für die Weyher Einschussmöglichkeiten. Nach exakt einer Stunde hatten die Gäste jedoch plötzlich den Torschrei auf den Lippen. Philip Schönewolf beförderte das Leder nach einem Gestocher im Sechzehner stramm in Richtung Torwinkel. Hamburgs Schlussmann Jan Hasenbanck rettete seiner Mannschaft mit einer spektakulären Parade aber die Führung.
In der Schlussviertelstunde erhöhte Weyhe noch einmal das Risiko. Mit drei Angreifern sollte der ersehnte Ausgleichstreffer doch noch irgendwie erzielt werden. Vier Minuten vor dem Abpfiff machte eine Standardsituation des HSV diese Ambitionen jedoch endgültig zunichte. Marc Lindenberg war zur Stelle und markierte den Endstand (76.). "Für uns geht es jetzt darum, in den nächsten Trainingseinheiten ein anderes Gesicht zu zeigen", bilanzierte Braakmann, der sich aus den kommenden drei Partien gegen Flensburg, Arsten und St. Pauli neun Zähler wünscht.
Text: Malte Bürger
SC Weyhe: Feldmann; Kornau, Mildner, Weishaupt (56. Undav), Braakmann, Stannius, Akin, Wohltmann, Schönewolf, Lakic (71. Drygalla), Friauf.