Wenig Punkte, viel Hoffnung bei Eiche Horn
Sie hatten erwartet, dass es schwer werden würde. Aber so schwer? In 17 Partien sammelte der TV Eiche Horn gerademal zwei Punkte. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz der Bezirksliga beträgt mittlerweile elf Zähler. Das lässt sich aufholen in 13 Spielen. Aber dafür muss Eiche im neuen Jahr schon viel stärker auftreten als 2011.
Und genau das hat man sich vorgenommen im Team von Hüseyin Pakkan. Der Trainer ist ohnehin guter Dinge, was die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft betrifft. "Wir haben in den letzten Partien klasse gespielt", findet Pakkan. Klasse gespielt und doch verloren, muss hinzugefügt werden.
Doch mit schlichtem Zweckoptimismus haben die Worte des Eiche-Trainers nichts zu tun. Der TV Eiche Horn, das steht nach 17 Spielen tatsächlich fest, ist nämlich längst nicht so schlecht wie es der letzte Tabellenplatz aussagt. Die beiden Unentschieden gegen Hemelingen (2:2) und Marßel (1:1) reichen indes nicht aus, um diese gewagte These zu belegen. Ein Blick auf die 15 Niederlagen dagegen schon: In sieben dieser Partien erzielten die Gegner lediglich einen Treffer mehr als die Horner. Die meisten anderen gingen nicht viel deutlicher verloren.
Auch die Tabelle deutet auf die Konkurrenzfähigkeit hin: Denn der Tabellenvierzehnte Eintracht Aumund weist mit 21:50 Treffern ein nur unwesentlich besseres Torverhältnis auf als der TV Eiche (20:54). Die Nordbremer brachten aber 13 Punkte nach Hause, elf mehr als das Schlusslicht. "Oft haben wir zur Halbzeit ja auch geführt", sagt Ingo Brüning, der Co-Trainer. Gerade weil man "so nahe dran" gewesen sei, will der TV Eiche Horn angreifen. "Wir werden alles versuchen", sagt Pakkan. Der Trainer ist sich allerdings auch bewusst, dass die Mannschaft verstärkt werden muss, um den Rückstand noch aufzuholen. So "fünf, sechs neue Spieler" hat Pakkan an der Angel. Darunter sollen auch Kicker mit Erfahrungen in der Bremen-Liga sein.
Bolz steht als Neuzugang fest
Noch etwas höher spielte der bislang einzige spruchreife Neuzugang: Mirco Bolz trat nach der Jugend bei Werder Bremen für den TuS Heeslingen, den Rotenburger SV und den Bremer SV an. Dass der mittlerweile 28-jährige Freund von Ingo Brüning eine richtige Verstärkung für den Tabellenletzten der Bezirksliga ist, steht außer Frage. Unklar ist dagegen, wie lange Bolz nach einer mehrjährigen Pause brauchen wird, ehe er zu alter Leistungsstärke findet. Viel Zeit haben sie nicht beim TV Eiche.
Immerhin wurden die Fußballer nicht ganz unvorbereitet von der Negativserie getroffen. Im vergangenen Sommer hatte fast die komplette Mannschaft - 2010 aus der Landesliga abgestiegen - den Verein verlassen. Ein Teil schloss sich dem zum ATS Buntentor gewechselten Trainer Marcus Mahnken an. Die Erste war damals überwiegend durch Spieler aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt worden. Für diese Kicker war damit der nächste unfreiwillige "Aufstieg" angesagt: Denn erst vor gut zwei Jahren war die eigentliche Reserve aufgelöst und durch die dritte Mannschaft ersetzt worden. Nun leidet die erste Mannschaft unter den Anpassungsproblemen der Fußballer, die bis 2009 noch in der Kreisklasse aktiv gewesen waren. Das ist normal.
Nicht normal ist dagegen, dass ein Verein innerhalb von nur zwei Jahren zwei seiner drei Herrenteams, also gut 30 Spieler, verliert. "Wir leiden noch immer darunter, dass uns vor einigen Jahren eine komplette A-Jugend verlassen hat", sagt Frank Behrens, der Abteilungsleiter. Die Erklärung klingt plausibel, wirft allerdings die Frage auf: Was ist los beim TV Eiche Horn, wenn dem Verein in jüngster Vergangenheit gleich noch eine Mannschaft den Rücken gekehrt hat. Für Behrens befindet sich der Verein lediglich auf einer Durststrecke. "Da müssen wir durch", sagt er, "es kommen auch wieder gute Zeiten." Denn mit 28 Jugendmannschaften sei Eiche gut aufgestellt, die Zukunft also nicht in Gefahr.
Konkurrenz vor der Haustür?
Entsprechend wenig gibt der Abteilungsleiter auf die Gerüchte um die Konkurrenz vor der eigenen Haustür. Ab der kommenden Saison soll nämlich der FC Riensberg am Start sein. Der neue Verein benennt sich zwar nach einem Bezirk Schwachhausens, will sich aber mitten in Horn ansiedeln - und könnte so zur Alternative werden. Frank Behrens glaubt allerdings nicht mal daran, dass die Gründung über die Bühne geht: "Ein Windei." Man wird sehen, was passiert.
Für Eiche Horn bleibt es aber wohl auch zukünftig so spannend wie an der Spitze der Bezirksliga. Mit der BTS Neustadt (Platz 1/39 Punkte), dem SC Vahr-Blockdiek (2./37) und der SG Findorff (3./37) haben sich drei Teams ein wenig abgesetzt von der Konkurrenz. Chancenlos werden aber auch der FC Huchting (4./33) und der TuS Komet Arsten (5./33) nicht sein.
Ob es einen Favoriten gibt? Kaum. Allenfalls mit der SG Findorff eine Mannschaft, die zuletzt unerwartet an Boden verlor und deshalb aufpassen muss, den Anschluss nicht zu verlieren: In den letzten drei Partien gelang der SG kein Sieg mehr. Die Spiele gegen Schlusslicht Eiche Horn (2:1) und den Vorletzten Marßel (2:1) hatte man noch knapp gewonnen; dann aber gab es nur noch einen Punkt aus den Duellen mit dem SC Vahr-Blockdiek (2:4), dem SV Lemwerder (2:2) und Germania Blumenthal (3:4). Auch in Findorff wird man sich also steigern müssen.
Text: Stefan Freye
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