Frank Dahlenberg in Rage
Frank Dahlenberg war so richtig in Rage. "Auf diesem harten und gefrorenen Platz hätte nie und nimmer ein Fußballspiel angepfiffen werden dürfen", schimpfte der Trainer des Landesligisten TSV Lesum-Burgdamm. Aber die Partie beim SC Lehe-Spaden wurde ausgetragen, und der Aufsteiger aus Bremen-Nord verlor trotz einer starken Leistung mit 0:2 (0:2). "Das Ergebnis ist Nebensache. Wichtig ist nur, dass sich kein Spieler verletzt hat", sagte Dahlenberg, der vor allem auf die Verantwortlichen des Bremer Fußball-Verbandes nicht gut zu sprechen ist.
Der Platz in Bremerhaven war knüppelhart gefroren. Was aufgrund der satten Minusgrade der vergangenen Wochen nun wirklich keine Überraschung war. Und trotzdem sagten die Verantwortlichen des Bremer Fußball-Verbandes das Nachholspiel der Landesliga zwischen dem SC Lehe-Spaden und dem TSV Lesum-Burgdamm nicht ab. "Das war eine rätselhafte Ansetzung", fielen die Worte von Frank Dahlenberg zunächst noch sehr moderat aus. Doch drei Atemzüge später redete sich der Lesumer in Rage: "Der Verband hat aus der Ferne entschieden, dass dieses Spiel unbedingt stattfinden muss. Es wurde mutwillig die Gesundheit aller Akteure aufs Spiel gesetzt. Und das hätte ich auch gesagt, wenn wir 6:0 gewonnen hätten." Der Eistanz in Bremerhaven ging glücklicherweise ohne Verletzte über die Bühne. Pech für Lesum war, dass der Neuling trotz einer starken Leistung mit 0:2 (0:2) unterlag und somit weiter auf einem Abstiegsplatz zu finden ist.
Bereits am Freitag hatte auch Michael Apholz kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen müssen, dass diese Partie nicht abgesagt wurde. "Die Verletzungsgefahr für die Spieler ist einfach viel zu groß", sagte der Trainer des SC Lehe-Spaden. Die Verantwortlichen seines Klubs hätten absagen wollen, seien aber zurückgepfiffen worden. "Der Staffelleiter hat darauf bestanden, dass am Spieltag der Schiedsrichter entscheiden soll." Und der habe gestern Morgen um 10 Uhr bei einer Platzbegehung grünes Licht gegeben.
Den Erfolg seiner Mannschaft bezeichnete Apholz als "äußerst glücklich". Lesum sei sehr stark und ein gleichwertiger Gegner gewesen. Diesen Worten stimmte Frank Dahlenberg nickend zu: "Der Gegner schießt zweimal aufs Tor und erzielt zwei Treffer. Wir haben fünf oder sechs hochkarätige Chancen und treffen nicht." Frust kam deshalb beim TSV-Coach nicht auf. Wohl aber darüber, dass diese Partie überhaupt ausgetragen wurde.
Text: Oliver Meibohm